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Bundesgerichtshof

Residenz  des Rechts  - vom großherzoglichen Palais zum Bundesgerichtshof

Der Augenschein trügt nicht, wenn manche des Glaubens sind, sobald sie dieses barock gelandete Gebäude am Rande der Kriegsstraße betrachten und Vergleiche ziehen, das Reichstagsgebäude in Berlin vor sich zu sehen.
Es war der Oberbaudirektor des badischen Staates und das Mitglied der Kgl.Preußischen Akademie des Bauwesens, Josef Durm, der nach diesem Vorbild an die Stelle des abgetragenen Gartenpalastes des Markgrafen Friedrich in den Jahren 1893/97 für den Erbgroßherzog Friedrich II. dieses Palais stellte. Wilhelminischer Prunkstil also, der in künstlerischer Freiheit dem barocken Baukörper die Krone auf das Dach setzte. Friedrich II. weilte als Inspekteur der Truppen viel außerhalb der Stadt. Seine Frau, Hilda von Nassau, vermochte sich an der kalten Pracht dieser Pseudoresidenz kaum zu erwärmen. Als Friedrich II. schließlich 1907 Resident des Großherzogtunis Baden wurde, die Familie in die Gemächer des Schlosses einzog, stand dieses Palais vorerst leer, ehe andere Institutionen sich dort heimisch einrichteten.

Im Jahre 1950 erhielt der Bundesgerichtshof, zuständig für alle Zivil- und Strafsachen der Bundesrepublik, die höchste richterliche Instanz mit dem Generalbundesanwalt, das Gebäude zugeteilt. 1958 stellte der Architekt Erich Schelling notwendige Erweiterungsbauten hinzu. Ursprunglich weitete sich hier, von der Kriegsstraße bis zur Erbprinzenstraße, ein gewaltiges Areal fürstlicher Gartenanlagen. Lediglich der bescheidene Flecken des Nymphengartens ist noch geblieben, in den sich das Gebäude der Badischen Landesbibliothek hinter hohen und alten Bäumen verbirgt, in einer Ecke auch jene anmutige Gruppe der Nymphen des Bildhauers Weltring, 1891 aufgestellt. Das gewaltige Sammlungsgebäude am Friedrichsplatz, das im Jahre 1942 ausgebrannte Bauwerk im Renaissancestil, zählt wohl zu den wichtigsten musealen Einrichtungen Karlsruhes.

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