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Ettlingen

Ettlingen - Stadt der Markgräfin an der Alb

Ettlingen - Stadt der Markgräfin an der Alb

Zahlreiche Karlsruher sind im Lauf der letzten Jahrzehnte bereits heimliche Ettlinger geworden. So mag es niemand verwundern, wenn in diesen Spaziergängen durch die Stadt der Briganten auch die Rede von den "Dohlenaaze" ist, die ihrer Gemeinde durch die Sanierung des Altstadtviertels links der Alb rund um die ehrwürdige St.Martinskirche ein neues Image dank einfühlsamer und qualitativ hochwertiger Restaurierung überschrieben haben.
Bis zur Zeit der Römer reicht Ettlingens Geschichte zurück. "Ediningom" zählte zum Besitz des Klosters Weißenburg, erhielt 965 das Marktrecht und wurde 1192 Stadt. In den Besitz der badischen Markgrafen gelangte der mit Graben und Mauern bewehrte Ort im Jahre 1219. Als sich die Markgrafschaften in die beiden Linien trennten, die ernestinische, Sitz in Baden-Baden bzw. ab 1700 in Rastatt, fiel Ettlingen dem katholischen Fürstenhaus zu.


Es war die Markgräfin Franziska Augusta Sibylla von Baden, die nach dem Tode des Türkenlouis im Jahre 1707 sich dem Wiederaufbau von Stadt und Schloß Ettlingen zuwandte und dort ihren Witwensitz einrichtete. Aber erst als sie die Herrschaft über die Märkgrafschaft an den Erbprinzen Ludwig Georg übergeben konnte, war sie in der Lage, sich ganz diesem Wiederaufbauwerk zu widmen. Das Markgräfliche Schloß wurde 1727 bis 1733, dem Todesjahr der Markgräfin, nach Plänen von J.M.Rohrer restauriert. Durch seine Ecktürme wirkte es trutzig wie eine mittelalterliche Burganlage. In seinem Hof, in dem die sommerlichen Schloß festspiele stattfinden, zeigt sich schon die heitere Note, wie sie im Anklang manch barocken, fast rokokohaft-verspielten Ausdruck erkennen lassen kann. Kleinod der Innenarchitektur bildet der Asamsaal mit dem Deckengemälde zu den Fresken aus der Legende des böhmischen Heiligen Nepomuk, das C.D.Asam geschaffen hatte. Dieser Saal bietet den stilvollen Rahmen der Ettlinger Schloßkonzerte.

Beim Gang durch die Altstadt lassen sich viele malerische Fachwerkwinkel aufspüren, wo neben Altem manch vorzüglich angepaßtes Neue zu entdecken ist, das barocke Rathaus mit dem Tor zur Alb, mittelalterliche Brunnen oder das steinerne Buch der europäischen Kunstgeschichte, die St.Martinskirche. Grabungen aus dem Jahre !934 haben ergeben, daß sich Bauteile und Stilelemente von der Zeit der Römer bis in die Epoche des Barock zu einem einzigen Bauwerk zusammengefügt haben. Als romanische Chorturmkirche war St.Martin nicht nur die Mutter-, sondern auch die Musterkirche für Nachbauten in den Dörfern des Albgaues. Nach dem Brand von 1689 wurden Langhaus und Turmhaube in barocken Formen wiederaufgebaut .

So erzählen einem aufmerksam durch die engen Gassen streifenden Besucher Ettlingens Winkel, Höfe und Gassen gar manches aus der Vergangenheit. Den Spiegel von Wahrheit und Weisheit hält Hans von Singen jedermann entgegen, der als steinerner Mann auf dem Narrenbrunnen thront: Laß mich unveracht und bedenk der Welt Weisheit und Pracht ist vor Gott in Torheit geacht ...

Weltweiten Ruf hat sich Ettlingen durch die Industrie erworben, die sich hier angesiedelt hat. 1482 schon wird eine Papiermühle erwähnt, die den Grund legte zu dem arbeitsamen Flecken an der Alb mit seinen Spinnereien und Webereien. Am Wartberg klettert eine freundliche Villensiedlung immer höher zum Wale empor. Neues Land holte sich die "Große Kreisstadt" durch Eingemeindungen zahlreicher Dörfer aus dem vorderen Albtal herein. Bruchhausen, Ettlingenweier, Oberweier, Schluttenbach, Schöllbronn und Spessart sind dem Stadtverband eingeordnet worden. So beschränken sich Ettlingens Geschichte und Tradition nicht allein nur auf das Erbe aus markgräflicher Zeit. Sie beruhen auch auf dem Gewerbefleiß der Bevölkerung, einer Eigenschaft, die sich bis in unsere Zeit erhalten und durch die Einbeziehung der Landgemeinden wesentlich verstärkt hat.

Das Ettlinger Schloss

Die bedeutendste Sehenswürdigkeit Ettlingens ist das zwischen 1727 und 1732 errichtete markgräfliche Schloss, das älteste Bauwerk der Stadt. Das Ettlinger Schloss geht auf eine Burg aus dem Jahr 1192 zurück, die nach der Erhebung Ettlingens zur Stadt errichtet wurde. Erhalten ist der aus dem 13. Jahrhundert stammende Bergfried. Das im Jahr 1600 fertiggestellte dreiflügelige Renaissanceschloss wurde im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 zerstört. Unter Verwendung der Schlossruinen ließ Augusta Sybilla, Regentin der Markgrafschaft Baden-Baden einen prächtigen barocken Neubau errichten, der heute als Veranstaltungszentrum und Museum genutzt wird.
Die 1733 fertiggestellte katholische Kirche St. Martin steht auf den Grundmauern einer römischen Badeanlage aus dem 2. Jahrhundert. Während der Unterbau des Turms aus dem 12. Jahrhundert stammt, wurde der achteckige Kirchturm im gotischen Baustil des 14. Jahrhunderts errichtet. Mit der Fertigstellung des barock gestalteten Helms endete der Turmbau im Jahr 1715.
Der 17 Meter hohe „Bismarckturm“ wurde 1901 zu Ehren des bis 1890 amtierenden Reichskanzlers aus roten Sandsteinblöcken auf halber Höhe des 338 Meter Wattkopf-Berges errichtet, einem Ausläufer des Schwarzwaldes, der sich östlich von Ettlingen erhebt. Heute ist der Bismarckturm ein beliebter Aussichtspunkt, von dem aus der Blick bis in die Vogesen und zu den Pfälzer Bergen reicht.
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