Knielingen - Grafik Studio Harald Hirsch

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Knielingen

Fachwerk in Knielingen

Vor einem halben Jahrhundert sind sie nun Karlsruher geworden, genau seit dem 1. April 1935, als auf behördliche Anordnung hin, den sich allen Fusionsbemühungen widersetzenden "Holzbiere" am Rhein, das Dekret der damaligen Landesregierung ins Rathaus flatterte: Der Zusammenschluß mit Karlsruhe ist eine von oben verfügte Sache. Als Gemeinde zählte Knielingen zu den ältesten im Stadtgebiet. Bereits unter Karl dem Großen ist von "Cnutelinga" die Rede.

Die Bauern und Fischer, aber auch die Goldwäscher, haben so immer ihre Eigenart bewahrt und sie auch mannhaft vertreten. Dies war nicht nur damals der Fall, als Tulla dem Rhein ein neues Flußbett zuweisen wollte und die Knielinger, obwohl sie bei jedem Hochwasser stets nasse Füße bekamen, sich wider solch einen Eingriff in die Landschaft widersetzten. Sie hielten es also schon immer mit Ökologie und Umweltschutz. Erst 25 ausgesandte Grenadiere von den Kasernen Karlsruhes, die der Großherzog abkommandierte, verschafften Tulla das Recht, die beiden Wäldchen umzuhauen. Die Kosten für diese militärische Aktion wurden der Knielinger Gemeindekasse aufgebrummt.

Man sieht, es ist, was das Eintreten für den Schutz der Umwelt anbelangt, alles schon einmal dagewesen. So geschehen im Jahre 1817. Und als dann die Herren von der Stadt immer wieder um die Gunst der Bauern buhlten, erhielten sie eine Abfuhr nach der anderen. Stolz präsentierten die Knielinger ihre lange Geschichte, aber auch das Wappen, das als Zeichen einen Drudenfuß besitzt, ein zauberndes Bewahrungssumbol vor falschen Hexen, bösen Geistern und - in Anspielung auf Karlsruhes Spitznamen - diebischen Briganten.

Dieser Stolz präsentiert sich noch heute in dem Stadtteil am Rhein, der mittlerweile durch stattliche und namhafte Industriebauten dicht mit der Stadt verbunden ist.
Typische altfränkische Fachwerkbauten zieren die Straßen des Dorfes von gestern, das nach dem Bau der Schnellstraße zum Rhein wieder zur Idylle zurückgefunden hat. Das Gasthaus "Schwanen" ist nach dem "Gasthaus Krone" die älteste noch bestehende Gaststätte. Bäcker und Wirte schenkten dort ihren Gästen Wein und Bier aus.


Vorstadtwinkel

Braunes  Fachwerk balkt   in   dem Gewand
des niederen Hauses.
Über  die  Dächer  lugt   spitzgetürmt
eine  Kirche  ehrwürdigen Alters.
Man  liest  ihr Leben  in  der Geschichte
der  Menschen,    die   zu   ihr   treten.
Bittend und hoffend,    den  Segen   erflehend;
Fischer,   Schiffer  und Fährleute,
Handwerker und Bauern,
denen   der Alltag Auftrag bedeutet.
Häuser   und Kirche,
sie  haben beide  eines  gemeinsam
und tragend es  aus  der  Vergangenheit
zur  Zukunft  hin;
der  Menschen   Obdach   und  des   Herrgotts
Refugium zu  sein  in   diesem
von   Welt   abgeschiedenem  Winkel
der   am  Rande   der  Großstadt
liegenden   ländlichen   Siedlung.

                         Heinz  Bischof

Bewertung: 5.0/5
 
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