Neureut - Grafik Studio Harald Hirsch

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Neureut

Neureut   -  Zentrum  der  unteren  Hardt

Lange haben sie um ihre Eigenständigkeit gekämpft, wollten den Ruf behalten, die größte Landgemeinde im Landkreis Karlsruhe und darüber hinaus im Bundesland Baden-Württemberg gelten zu dürfen. Der Zug zur Stadt aber erwies sich stärker, so daß die "Briganten" schließlich die "Spundefresser" in ihren Verband hereinholten, geschehen am 14. Februar 1975.

In diesem Namen aber wird Armut deutlich, wenn man die Leute im Umland so tituliert, nur weil sie ihre "Spunde", also Schupfnudeln, mit Kartoffeln und Maismehl anrichten. Die Kartoffeln waren es auch, die Neureut einst bekannt gemacht haben, damals, als die Waldenser in das Land kamen und hier in der Nähe des vom Kloster 'Cottesau erbauten Weilers auf der "neuen Rodung" sich ihr "welsches Neureut" erbauten. 1841 erklärte der Chronist die Geschichte wie folgt:
"Vor der Gründung von Welschneureuth, von welchem Deutschneureuth nur durch einen schmalen Fahrweg getrennt ist, hieß das Dorf bloß Neureuth, in der Volkssprache Neret, wahrscheinlich von der französischen Aussprache von Nelschneureuth herrührend.

Der Name gibt ein neu gereutetes Feld an, zu dessen Urbarmachung einstens das Kloster Gottesaue das meiste beitrug, weshalb auch dorthin das Unterreuther Feld zehntpflichtig war, was noch der Name Gottesauer Feld aussagt. Das Dorf wurde im 13.Jh. durch Markgraf Rudolph I. angelegt und gehörte bis 1720 als Filial nacheinander Mühlburg, Knielingen und Eggenstein

Dann zogen die Glaubensflüchtlinge der Waldenser zu und siedelten sich in Welsch-Neureuth an. Als Friedrichstal von den franzosischen Emigranten erbaut wurde, kamen weitere Vertriebene, denen der König von England ein Empfehlungsschreiben an den Markgrafen von Baden ausgestellt hatte. Am 10.12.1699 wurde das "welsche Neureut" gegründet. Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde in der kleinen Kirche noch in französischer Sprache gepredigt. 1935 vereinigten sich diese beiden Dörfer zu der großen Landgemeinde Neureut,
Eine weitere Flüchtlingsaufnahme fand 1949 statt, als 700 Heimatvertriebene, Donauschwaben, Sudeten- und Ungarndeutsche hier angesiedelt wurden


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