Sankt Stephan - Grafik Studio Harald Hirsch

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Sankt Stephan

Sankt Stephan   -  ein  römisches Pantheon inmitten der Stadt

Die katholischen Gläubigen der Markgrafenresidenz mußten lange warten, ehe ihnen ein würdiges Gotteshaus erbaut werden konnte. 1718 erhielten sie einen Betsaal in einfacher Holzkonstruktion, der aber bald ruinös wurde. In der Lammstraße stand das Kapuzinerkirchlein, das Pendant der Kleinen Kirche der Reformierten. Als 1771 das katholische Fürstenhaus Baden-Baden in der Erbfolge ausstarb, stiftete die Markgrafenwitwe Maria Viktoria von Baden-Baden ein Vermächtnis von 75 000 Gulden mit dem Auftrag, eine größere katholische Kirche für die zugezogenen Hofbeamtenfamilien zu erstellen. Es sollten aber weitere Jahrzehnte vergehen, ehe der zum Großherzog avancierte Karl Friedrich sich genötigt sah, einen Bauplatz am westlichen Ende des heutigen Friedrichsplatzes der katholischen Gemeinde zu schenken. Am 8.Juni 1808 wurde der Grundstein gelegt. Friedrich Weinbrenner, der zur gleichen Zeit auch den Lutheranern die Kirche am Marktplatz erstellte, lieferte den Bauplan. Am zweiten Weihnachtsfeiertag 1814 fand die festliche Weihe der katholischen Stadtpfarrkirche statt.

St.Stephan ist eine dem römischen Pantheon nachempfundene Rotunde, entworfen getreu dem Bauplan von St.Blasien. Das Schiff besitzt kurz ausbiegende Kreuzesarme, über dem Innenraum wölbt sich die 30 m hohe Kuppel, die ursprünglich aus Holz konstruiert war. Durch den Scheitel dringt Licht ein. In den ausspringenden Kreuzesarmen befanden sich die Emporbühnen. Dem Haupteingang gegenüber stand die Silbermann'sehe Orgel, die neben den Glocken dem aufgehobenen Kloster St.Blasien gehörte. Weinbrenner entwarf eine turmlose Kirche. Es meldete sich bald der Protest der Katholiken, als sie sahen, daß bei der evangelischen Stadtkirche ein Turm emporwuchs, der als Gegensatz zu dem Merkur, Gott der Diebe, auf dem Rathausturm, einen Engel zur Bekrönung erhielt. Nunmehr stellte Weinbrenner den 63,6 m hohen Spitzturm auf, der aber im Stil kaum mit dem übrigen Bauwerk zusammenstimmte.
Am 4.12.1944 fiel St.Stephan, wie die anderen Gebäude in seiner Nachbarschaft und die Schwester am Marktplatz, dem Bombenterror der alliierten Fliegergeschwader zum Opfer. Ein sternenübersäter Himmel schaute in das rauchgeschwärzte Innere.

Bewertung: 4.0/5
 
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