Schloßplatz - Grafik Studio Harald Hirsch

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Schloßplatz

Rund um den Schloßplatz - vom Musentempel zum Justizpalast

Einst war dieser Platz vor dem Schloß so etwas wie das Podium fürstlicher Noblesse. Die Flügel des Residenzbaues öffnen sich weit, entlassen die Straßen hin zur Bürgerschaft, empfangen - devot im Rund aufgereiht, im Zirkel präsentiert - die höfische Gesellschaft. Manche Umgestaltungen mußte diese Anlage hinnehmen, sie blieb aber immer das, was sie einst war - Lustgarten der Karlsruher, Spielplatz der Kinder, Tummelrevier für Hunde. Musen und Geister der Wissenschaft bildeten einst die Kulisse. Von Osten, der Waldhornstraße her, drängen die Hochbauten der Technischen Universität, die geisteswissenschaftlichen Institute mit ihren markanten Gebäuden. Pendant im Westen ist die in viel Grün sich versteckende flache Glasfassade eines 1965 bis 1969 erstellten Pavillonsystems, das hinter der Musenhalle der Gemäldegalerie in einen Teil des Botanischen Gartens hineingebaut worden ist - das Bundesverfassungsgericht. Dort, wo heute hinter ihrer Gerichtsbank die Männer in roter Robe, Hüter und Wahrer der Verfassung der Bundesrepublik sich früher oft ein anderes Unterhaltungstheater ab, wenn Schauspieler und Primadonnen ihre Rollen auf dem großherzoglichen Bühnenraum absolvierten.

Bis zur Brandnacht vom
26.September 1944 beschloß den Bezirk der
Schloßplatzanlage im Westen das Hoftheater
von Heinrich Hübsch, dem Weinbrennernachfolger, im Jahre 1851/1853 erbaut, lange als
artklagende Ruine gestanden, dann abgetragen
und den Platz dieser Struktur aus Aluminium
und Glas angeboten. Nur noch bei den älteren
Karlsruhern ist die Staffage dieses als
schönstes Theater Deutschlands gerühmten
Baues in blasser Erinnerung. Aus den Büchern
der Geschichte der Stadt wird lebendig, was
dort stattgefunden hatte, welche Tradition
verlorenging, als das Hoftheater von Bomben
zerstört wurde und es als Stätte der Musen, an
den Festplatz, beziehungsweise an das "Ettlinger Tor", ausweichen mußte. Sic transit
gloria mundi ... . Auch der Musen Tatenruhm
von einst verweht. Es bleiben nur noch die
Erinnerungen. "Ein anständiger Mensch muß
schon des klassischen Musikrepertoires wegen
alljährlich einige Monate in Karlsruhe leben."
Eine Feststellung von Johannes Brahms. Aber auch das ist schon lange her ...

Badische Landesmuseum
Das Badische Landesmuseum ist die bedeutendste kunst- und kulturgeschichtliche Sammlung des ehem. Landes Baden und nimmt seit 1966 nach langem Exil wieder alle Räume des innen modern gestalteten Schlosses ein. Das Museum, dessen mannigfaltige Bestände museumstechnisch vorzüglich aufgestellt sind, hat sieben Abteilungen:
1. Vor- und Friihgeschichte des Oberrheingebietes;
2. Werke agyptischer Kunst sowie eine beriihmte Sammlung griechischer, etruskischer und römischer Vasen, Bronzen und Skulpturen;
3. umfangreiche Bestände an Skulpturen aus Stein, Holz und Bronze vom frühen Mittelalter bis 1800;
4. Glasgemälde und Kunstgewerbe (Möbel), Textilien, Keramik, Metallarbeiten und Jagdwaffen) aus allen europäischen Stilepochen;
5. die einzigartige 'Türkenbeute' des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden;
6. ein reichhaltiges Münzkabinett; 7. badische Volkskunst. Durch Zusammenlegung der 'Vereinigten großherzoglichen Sammlungen fur Altertumskunde' mit dem 'Badischen Kunstgewerbemuseum' wurde         1919 das Badische Landesmuseum gegriindet und in dem freigewordenen Residenzschloß untergebracht
Bewertung: 5.0/5
 
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